vom 14.10.2009 08:53:03 Uhr

Informationen & Übersichtsplan Juni 2004

Liebe Bürgerinnen und Bürger!

Die Überlegungen zum Bau einer Umgehungsstraße führen in unserer Gemeinde zu einer kontroversen Diskussion. Es gibt zu diesem Thema viele Ansichten und Meinungen, die sich teilweise sehr stark von einander unterscheiden. Vorhandene Fakten, subjektive Einschätzungen und persönliche Prioritäten werden bei der Argumentation, warum eine Straße so und nicht so gebaut werden muss, ins Feld geführt.  

Zurückblickend auf die letzten vier Wochen stellen Sie sich vielleicht Fragen, z.B.: wie geht es jetzt weiter mit dem Bau der Umgehungstrasse? Wird überhaupt eine Umgehungsstraße gebaut? Wenn ja, führt sie im Westen oder im Osten an Burtenbach vorbei? Welche Abstände zur Wohnbebauung werden eingehalten? Wie sieht die Finanzierung aus? Wie stark werden die Landwirtschaft oder die Naherholungsmöglichkeiten beeinträchtigt? All diese und noch weitere Fragen stehen im Raum. Leider können viele dieser Fragen anhand des heutigen Planungsstandes nicht abschließend beantwortet werden. Fest steht, einstimmiges Ziel des Marktgemeinderates ist es, baldmöglichst mit dem Bau einer Umgehungsstraße zu beginnen. 

Ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, Ihnen nochmals einige Fakten und Gedanken näher zu bringen: 

Im Nachgang zu den in den Jahren 1997/1998 in Auftrag gegebenen Trassenuntersuchungen wurde am 3. Juli 2001 vom damaligen Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss entschieden, dass eine Umgehungsstraße gebaut werden soll. Vor Realisierung der Entlastungsstraße sollten erst die Ergebnisse der vom Bayerischen Umweltministerium in Auftrag gegebenen Mindeltalstudie abgewartet werden.  

Die Mindeltalstudie wurde im Sommer 2003 abgeschlossen. Die Ergebnisse dieser Studie haben gezeigt, dass eine weitere Bebauung des Talraumes so weit als möglich vermieden werden muss. Die Realisierung einer ortsfernen „Mindeltaltrasse“ ist nach den heutigen Gegebenheiten aufgrund verschiedenster Kriterien wie Verkehrswirksamkeit, notwendiger Retentionsraum im Hinblick auf den Hochwasserschutz, Naturschutz, Immissionsschutz, Wirtschaftlichkeit, etc. nicht durchsetzbar. Ein Weiterverfolgen dieser Variante macht daher keinen Sinn.  

Seit gut einem Jahr hat sich der jetzige Gemeinderat mit der Machbarkeit einer Ortsumfahrung befasst. Fachbehörden wurden gehört, Gutachter eingeschaltet und die daraus resultierenden Fakten zusammengetragen und gewertet. Die in der Informationsveranstaltung vom 5. Mai 2004 in der Burggrafenhalle vorgetragenen Punkte basierten auf einer fundierten und gesicherten Abwägung aller relevanten Bereiche. Vorgestellt wurde den Bürgern nur, was machbar ist, mit dem Hinweis, dass Abstände zur Wohnbebauung im Osten wie auch im Westen im Rahmen von Planungskorridoren variabel sind und noch stark differieren können. 

Anhand der Wortmeldungen bei der Informationsveranstaltung und nicht zuletzt durch das eingereichte Bürgerbegehren wurde deutlich, dass eine Straße möglichst weit an der Wohnbebauung vorbei geführt werden muss und grundsätzlich möglichst geringe negative Auswirkungen für alle Bewohner der Marktgemeinde haben darf. Dies war und dies ist auch von je her das Bestreben aller 17 Mitglieder des Marktgemeinderates.

Gerne wurde die Forderung aus der Mitte der Bürgerinitiative aufgenommen, bei der Trassenfindung den vorhandenen Spielraum möglichst weit auszuschöpfen und die Straßenführung an den Rand der ausgewiesenen Planungskorridore zu legen. Bei einer solchen Trassierung wären Abstände zur Wohnbebauung im Westen zwischen 175 m und 200 m und im Osten zwischen 380 m und 470 m durchaus erreichbar. Im Westen würde der angrenzende Siedlungsbereich zudem durch einen ca. 6 m hohen Lärmschutzwall, im Osten größtenteils durch das Führen der Straße in Geländeeinschnitten geschützt. Bei einer gemeinsamen Besprechung zwischen Vertretern der Bürgerinitiative und des Marktgemeinderates wurde vereinbart, diese „neuen“ Varianten durch das Ausbringen von markierten Pflöcken zu kennzeichnen. Dies ist am Freitag, den 28. Mai geschehen. Ab sofort bis Mitte Juni können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger vor Ort ein Bild von den möglichen Trassenverläufen im Osten oder Westen machen. Als Orientierungshilfe ist nachfolgend ein entsprechender Lageplan abgebildet.

Ich denke, uns allen ist klar, dass die derzeit geführte Diskussion wichtig und sinnvoll ist. Allerdings wissen wir alle auch, dass Diskussionen alleine keine Lösungen bringen werden. Baldiges Handeln ist angezeigt, zumal zu befürchten ist, dass die zum Bau erforderlichen und der Marktgemeinde bereits grundsätzlich zugesagten staatlichen Zuschüsse von derzeit mindestens 70 % bis maximal 80 % weiter gekürzt werden könnten. Bei geschätzten 6,5 Mio. € Baukosten würde der Zuschuss derzeit  zwischen 4,5 Mio. € bis 5,2 Mio. € betragen. Um einen zeitnahen Bau der Entlastungsstraße sicher zu stellen und nicht zu gefährden, ist es Voraussetzung, dass Anfang des Jahres 2005 eine zuschussfähige Planung vorgelegt werden kann.

Dass für Burtenbach eine Umgehungsstraße erforderlich ist, steht für die meisten Burtenbacher außer Frage. Dies wurde durch die jüngste Unterschriftenaktion von Anliegern der Hauptstraße mit weit über 400 Unterzeichnern erneut sehr deutlich und eindrucksvoll dokumentiert. Auch die Zusicherung der Bürgerinitiative, eine Straße nicht verhindern zu wollen, lässt ebenso hoffen. Allein die Vertreter der Landwirtschaft sind derzeit bei einer „Ostlösung“ nicht gesprächsbereit. Hier muss an die Kompromissbereitschaft der Verantwortlichen appelliert werden, einer dem Wohle der Allgemeinheit dienenden Lösung nicht entgegenzustehen und diese mit zu tragen. 

Den Mitgliedern des Marktgemeinderates und Ihnen allen ist sicherlich bewusst, dass bei den anstehenden, schwierigen Entscheidungen eine ungeteilte Zustimmung aller Bürgerinnen und Bürger leider nicht zu erreichen ist, da nicht alle Belange des Einzelnen berücksichtigt werden können. Dennoch erscheint es bei allem Für und Wider erforderlich, dass alle Beteiligten auf der Grundlage von Fakten diskutieren und Polemik vermeiden, denn der Bau einer Entlastungsstraße ist für Burtenbach zukunftsweisend und von größter Wichtigkeit. Wir alle wollen die bestmögliche Lösung für Burtenbach. Möge uns dies, auch Dank Ihrer Hilfe und wohlwollender Unterstützung, gelingen.

Ihr 1. Bürgermeister Roland Kempfle

samt Marktgemeinderat

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